Ich zeige euch heute ein kleines Tutorial zu meiner Reisseife, die ich ganz frisch hergestellt habe. Aber vorab erst noch einmal ein paar kurze Infos zum Thema Reiswasser!

Habt ihr schon einmal Reiswasser benutzt? Damit meine ich das Kochwasser, das beim Reis kochen übrigbleibt. Angeblich soll das Ganze ein jahrtausendalter Geheimtipp aus Japan sein, um die Haut und vor allem die Haare strahlend schön zu pflegen, zudem soll sich Reiswasser positiv auf das Haarwachstum auswirken. Letzteres kann ich persönlich nicht betätigen, vielleicht benutze ich es dafür aber auch nicht oft genug. Interessant ist aber trotzdem, dass Reiswasser einiges an Vitaminen (B, E), Mineralstoffen, Aminosäuren und Antioxidantien enthält. Also ein ziemliches Schönheitswässerchen, das viel zu schade zum Wegschütten ist.

Ich mache mir mein Reiswasser immer so: Ich weiche meine Portion Reis vor dem Kochen erst einmal ein (ich nehme immer Bio-Basmatireis), danach koche ich ihn in ordentlich Wasser. Danach fange ich dieses Wasser in einer Schüssel auf und fülle es in eine saubere Glasflasche um. Et volià, Reiswasser!

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Damit wasche ich mir dann abends das Gesicht und lasse es dabei auch immer 2,3 Minuten einwirken. Meine ziemlich ölige Haut ist danach immer sehr weich, gepflegt und vor allem leicht „mattiert“. Ich mag das Gefühl sehr gerne. Beim Haarewaschen spüle ich dann ab und zu auch gerne noch einmal mit Reiswasser nach. Ich hebe das Reiswasser nicht länger als eine Woche im Kühlschrank auf. Man kann es angeblich noch fermentieren lassen, um die Wirkung zu verstärken, das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Reiswasser in der Seife, um daraus eine Reisseife zu machen! Reiswasser enthält neben den ganzen tollen Stoffen vor allem Reisstärke. Stärke in der Seife verändert den Schaum, den die Seife später hat, ein wenig: Er wird cremiger, außerdem riecht die Seife schön pudrig und zart nach dem Basmatireis, ohne, dass man irgendeinen Duft hinzufügen muss.

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Ich wollte eine richtig schöne „Gute-Laune-Seife“ (brauchen wir das nicht gerade alle?), deshalb habe ich mich für ein tolles Gelb, das  „Sunburst Sprakle“ von UMakeitup entschieden. Ich hatte außerdem Lust auf eine „Schicht“- Optik mit einer feinen Micalinie.

 

Reisseife Tutorial Seifenmagie

 

Mein Seifenrezept für die Reisseife ist „Louisas Seife“– dieses Rezept habe ich zusammen mit meiner besten Freundin für ihre kleine Tochter entwickelt. Es enthält kein Kokosöl, sondern nur etwas Rizinusöl für mehr Schaum beim Waschen und ist deshalb sehr pflegend und gar nicht austrocknend. Damals haben wir eine Überfettung von 10% gewählt. Wir haben es Anfang Februar zusammen gesiedet und ich habe ein kleines Stück der Seife letzte Woche kurz ausprobiert. Es ist der Hammer! Ihr findet das Rezept hier im Seifenrechner von „Seifdichein“*. Außerdem habe ich das Rezept auch noch als Anleitung zum Downloaden zusammengestellt.

 

Also, los geht’s.

Achtung

Solltet ihr noch nie eine Seife gesiedet haben, holt euch erst einmal alle Infos für Anfänger hier! Seife sieden macht sehr viel Spaß, ist aber auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Eine kleine Checkliste zum sicheren Umgang mit NaOH (Ätznatron) findet ihr dort auch.

Zutaten:

(für 700g GFM)

  • 420g Olivenöl (60%)
  • 140g Sheabutter (20%)
  • Reiskeimöl 70g (10%)
  • Kakaobutter 70g (10%)

 

  • NaOH 10% ÜF

 Flüssigkeit:

  • 175g Reiswasser (25 %) (ca. Hälfte gefroren)
  • Micapulver in Gelb und Gold (z.B. “Sunburst Sparkle” und “Sparkling Gold” von UMakeitup)

 

Material:

  • kleines Sieb,
  • großes Sieb,
  • große Schüssel,
  • Pürierstab,
  • Glasmessbecher,
  • Waage,
  • Löffel,
  • kleine Schale zum Abwiegen von NaOH,
  • Spritztülle & Beutel

 

Anleitung

 

  1. Unter Beachtung der Sicherheitshinweise das NaOH nach und nach in die Wasser/ Eismischung geben, rühren bis sich alles aufgelöst hat. Das Reiswasser dickt ziemlich an, das ist aber nicht schlimm.
  2. Sheabutter und Kakaobutter schmelzen, zusammen mit Olivenöl und Reiskeimöl in ein hohes Gefäß geben. Einen kleinen Teil der Ölmischung in einen Becher geben und mit dem Micapulver verrühren.
  3. Lauge durch ein engmaschiges Sieb zu der Ölmischung geben. Mit einem Löffel kurz verrühren. Danach vorsichtig mit einem Pürierstab mixen. Zwischendurch Konsistenz prüfen, der Leim sollte die Konsistenz von Vanillesauce haben. Wenn ihr dieses Stadium erreicht, ca. 1/3 des Seifenleims gelb einfärben. Sowohl den ungefärbten Seifenleim als auch den gelben weiter pürieren, bis ihr eine schöne Buttercreme-Konsistenz habt. Dazu hilft es, wenn man das Pürieren unterbricht und den Leim für 15 – 20 Minuten stehen lässt und zwischendurch kurz die Konsistenz prüft. Dadurch habt ihr auch weniger Luftbläschen im Leim (ist kein Problem, sieht nur nicht so schön aus)
  4. Den ungefärbten Seifenleim in die Form geben. Mit einem Löffel kleine “Berge” modellieren. Leicht mit Mica bestäuben. Weiter den Seifenleim schichten, danach die Reste als Topping aufspritzen. Hierzu den Seifenleim mit einem Spatel in den Spritzbeutel geben und die Luft etwas rausdrücken. Reste davon könnt ihr auf eine Silikonmatte oder Backpapier spritzen, das ergibt kleine Gästeseifen zum Verschenken.
  5. Die Seife wird nach ca. einem Tag schneidbar sein. Küsschentest nicht vergessen!

Nicht vergessen

Schutzbrille!

Handschuhe!

Wasser & Eiswürfel!

 NaOH in Flüssigkeit geben, niemals umgekehrt!

Ich habe auch ein kleines Video-Tutorial dazu auf Instagram hochgeladen. Ihr seht dann sehr gut die einzelnen Schritte und die Konsistenz des Seifenleims. Schaut doch mal vorbei!

* Solltet ihr diesen Seifenrechner nicht benutzen wollen, gibt es natürlich auch noch Alternativen, zum Beispiel hier oder hier. Bitte beachtet, dass man dort zum Teil den Apfelessig nicht berücksichtigen kann. Bei nur 3% Apfelessig im Rezept ist dies allerdings nicht besonders schlimm. Der Apfelessig neutralisiert nur einen kleinen Teil des NaOH, eure Seife ist dann noch etwas mehr überfettet.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Und verlinkt uns gerne bei euren Reisseifen auf Instagram oder Facebook.